#prayforparis

Nee! Echt jetzt, hört mal auf mit dem Scheiss! Religion in ihrer radikalsten, fehlgeleiteten Form hat uns an diesen Punkt gebracht.

Ja, ich bin in einem recht religiösem Umfeld aufgewachsen, wenn man es von aussen betrachtet. Meine gesamte Familie (und ich auch eine zeitlang) war aktiv in der Gemeindearbeit; es war normal am Sonntag (oder Samstagabend) in die Kirche zu gehen und doch habe ich ein spezielles Bild von Religion vermittelt bekommen – anders als die Institution der katholischen Kirche es darstellt.

Denn ebenso, wie mein Umfeld sich engagiert hat, wurde auch hinterfragt. Offizielle Standpunkte der Kirche wurden angezweifelt, oft genug nicht geteilt…stattdessen wurde mir „das Wesen“ der Religion vermittelt: Ein respektvoller Umgang mit Menschen, gleich, wo sie herkommen und an welchen Gott sie glauben. Nächstenliebe. Fehler verzeihen, Chancen geben. Schlicht und einfach die Grundregeln eines Miteinanders, die so selbstverständlich klingen..und doch beweist uns die Welt jeden Tag, dass sie nicht selbstverständlich sind.

Heute? Ich war ewig nicht mehr in der Kirche…zumindest nicht ohne konkreten freudigen oder traurigen Anlass. Und dennoch weiss ich, dass es viele Menschen gibt, die aus ihrem Glauben an Gott Kraft schöpfen und wenn der Glaube dafür sorgt, dass man respektvoll miteinander umgeht, dann ist er mir als Grundlage dafür absolut recht.

Aber beten? Gott wird die Welt nicht zu einer besseren machen, das ist unsere Aufgabe…im Grossen und im Kleinen. Viele von uns haben gar nicht die Möglichkeit, etwas im Grossen zu ändern…wir können nicht entscheiden über Waffenlieferungen, über Militäreinsätze, über Hilfe für Schutzsuchende, die vor radikalem Glauben und seinem Terrorismus flüchten. Aber wir können anfangen, uns auf den Grundgedanken aller Religionen zu besinnen und sie im Kleinen leben. Wir können versuchen, freundlich zu sein…andere Meinungen ebenso zu achten, wie das Eigentum und das Leben anderer Menschen. Empathie empfinden. Helfen, wo Hilfe nötig ist. Halt dieses Zeug, was sich in den 10 Geboten wiederfindet, die ironischerweise die Grundlage des Christentums, des Judentums und des Korans sind.

Ach und nochwas…wenn ich lese, was die MontagsSpaziergänger auf der FB-Seite von PEGIDA derzeit ablassen…ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte! Jeder, der sich jetzt nicht von dem Verein distanziert, kann einfach nicht mehr als besorgter Bürger durchgehen. Wer derartige Kommentare toleriert und sich dahinter stellt, ist ein Nazi!

Der Moment…

..in dem Du merkst, dass Du plötzlich so bist, wie Du niemals werden wolltest.

Es fing schon gestern an, als ich bei meinem bevorzugten Bäcker vor der Theke stand und quasi schon den Geschmack der ultragenialen Käsebrötchen auf der Zunge hatte, die es nur dort gibt und die wirklich einmalig gut sind – und natürlich einmalig gehaltvoll. Und bevor ich überhaupt drüber nachdenken konnte, orderte ich eins (!) und fragte im selben Atemzug, ob das Mehrkornbrot, was mich nicht weniger verführerisch anlächelte, Weizenmehl enthält.

Ich mein..hallo? Erstens kann es gar nicht sein, dass ich nur eins dieser göttlichen Käseteile mitnehm und zweitens war es mir bisher immer völlig egal, ob ein Brot Weizen enthält oder nicht, da ich – und das nach wie vor – der Meinung bin, dass Essen auch schmecken muss und dass es absolut keinen Sinn hat, sich ständig das Liebste zu verwehren, weil der Kopf dann immer denkt, er verzichtet unfreiwillig und naja…der Boomerang kommt zurück…früher oder später.

Jaaa…ich fand dunkles Brot mit vielen Körnern schon immer viel leckerer als Weizenbrot, aber dennoch…allein die Tatsache, dass ich mir darüber Gedanken mache, erschrickt mich ein wenig, denn das fühlt sich nicht nach mir an.😉

Und nun sitze ich hier an meinem Rechner und vor mir steht ein…grüner Smoothie! Okay…Obst in den Mixer werfen – am liebsten gefrorenes – und das Ergebnis dann genüsslich löffeln, hat mir in den letzten Wochen schon über so manchen „Ich brauch was Süsses“ Anfall geholfen, aber grüne Smoothies waren ausserhalb meiner Vorstellungskraft. Allein der Gedanke an Spinatblätter oder was weiss ich war absolut abwegig! Und doch hat sich genau das vor ein paar Tagen in meinem Einkaufskorb verirrt und joa…Spinat, Mangold und Rucola, eine Scheibe frische Ananas, 1 halbe Birne, etwas frischen Ingwer, 4 Cashewkerne und Wasser dazu; ein bisschen auf den Knopf gedrückt und erstmal das Ergebnis beäugt…dann immer noch zweifelnd das Ganze in ein Glas gegossen…

Naja, was soll ich sagen? Das schmeckt einfach nur lecker! Argh…ich glaub, ich fang an, gesund zu leben…Hilfe?😀

Kristallkugel

Ich kann in die Zukunft sehen, yes! Und nein, dafür brauche ich nicht mal meine Kristallkugel..aber dennoch bin ich mir zu 100% sicher, dass das, was ich prophezeie, morgen eintreten wird.🙂

Ich werde Muskelkater haben. Fiesen, schrecklichen, gemeinen Muskelkater, der sich mit meinem inneren Schweinehund verbünden wird, um mir meinen aktuellen Aktivitäts- und Ich-muss-nu-endlich-mal-was-machen-Schub auszureden. Wahrscheinlich wird der Kater auf der linken und der Hund auf der rechten Schulter sitzen und im Wechsel werden sie mir doofe Dinge ins Ohr flüstern:

„Siehst Du, hab ich Dir doch gleich gesagt…Du bist und bleibst unsportlich!“

„Du glaubst uns nicht? Na warte, ich zeig’s Dir nochmal“ (fieses Gelächter und ein ungewohnter Schmerz fährt durch meine Schultern)

„Meinste nicht, dass wir drei es uns auf der Couch gemütlich machen sollten? Zusammen mit ner Tüte Chips?“

…tbc…

Aber ich werde hart bleiben, jawohl! Ich werde einfach weitermachen und meinen Laufen-Hanteln-Laufen-Hanteln-Laufen-Hanteln- Chillen-Plan einhalten. Naja..zumindest, bis das Knie kapituliert, dann werd ich mir doch was anderes für die Lauferei überlegen oder mal zum Arzt gehen müssen, aber soweit ist es ja noch nicht und vielleicht gewöhnt sich das Knie auch einfach daran, öfter mal bewegt zu werden – nach einer viel zu langen Zeit des Rumgammelns.

So..und nun werde ich mir irgendwas Housiges suchen, laut aufdrehen und meine neuen supertollen hellblauen Hanteln einweihen! Yeah!😉

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Ich habe Angst!

Angst. Ein Thema, was derzeit oft nur unterschwellig vorhanden ist, oftmals im Zusammenhang mit PEGIDA und deren Anhängern. Ich lese von Angst-Kultur, die PEGIDA schürt und befeuert; stolpere bei meinen täglichen Streifzügen durch’s WWW über diesen wunderbaren Beitrag von Anja Zeutschel, in dem sie die Ängste der Menschen zu verstehen und erklären versucht, die allwöchentlich auf dem Dresdner Theaterplatz ihre Unzufriedenheit demonstrieren, aber auch ihre eigenen Ängste benennt.

Solche Ängste kenne ich auch: um die Menschen, die man auf verschiedene Arten liebt, um die Zukunft, um die Gesundheit und all das – Gefühle, die wohl jeder Mensch mehr oder weniger ausgeprägt in sich trägt. Doch in den letzten Tagen schleicht sich eine neue Angst in mein Inneres.

Am Montag abend die Demonstration der PEGIDA zum Jahrestag in Dresden – inclusive einem zweifelhaftem Redner, dessen Wortbeitrag grosse Welle geschlagen hat, der sogar bei den Anhängern der PEGIDA Unbehagen verursachte…Dienstag dann die rhetorische Keule von allen Seiten: Innenminister de Maizière spricht von einem „unerträglichen Maß an Hass“, Justizminister Maas findet sowohl am Sonntag bei Günther Jauch auch als am Dienstag in einem Interview mehr als deutliche Worte und bei aller Richtigkeit, die diese Aussagen mitbringen: Ich vermisse die Vermittlung von Gesprächsbereitschaft. „Wir“ bestätigen diesen Menschen damit ihren Platz ausserhalb der Gesellschaft.

Vielleicht bin ich naiv, vielleicht einfach zu weit entfernt von Dresden, um all das, was dort passiert, richtig einschätzen zu können, aber dennoch: Ich bin davon überzeugt, dass nicht jeder, der dort am Montag vor dem Rednerpult der PEGIDA gestanden hat, pauschal fremdenfeindlich ist. Und naiv wie ich bin, glaube ich, dass einige dieser Menschen von diesen Versammlungen weggeholt werden können – wenn man ihnen zuhört, ihre Sorgen ernst nimmt und ihnen zeigt, dass PEGIDA nicht die einzige Lösung ist, wenn man sich von den Politikern enttäuscht fühlt.

Bitte nicht falsch verstehen: meine Position ist immer noch klar und deutlich: Menschen in Not muss geholfen werden und Hass oder Gewalt gegenüber Andersdenkenden ist ein No-Go. Aber an genau diesem Punkt bekomme ich Zweifel: Machen „wir“ nicht gerade das Gleiche? Sowohl im Bekanntenkreis als auch bei mir selber stelle ich fest, dass man beginnt, „alle Rechten“ über einen Kamm zu scheren, dass man in seiner Rhetorik kompromissloser und härter wird – sicherlich eine Entwicklung die der Ermüdung zuzuschreiben ist, aber dennoch…ich habe Angst, dass wir so werden wie die Anführer der PEGIDA oder der AfD. Dass wir nur noch unsere Meinung zulassen, uns radikalisieren, und sei es nur in der Wahl der Worte, dass wir die Türen zuschlagen zu den vielen Menschen, die einfach nur eine Orientierung suchen und bei dieser Suche dem fremdenfeindlichen Rattenfänger in die Arme gelaufen sind, der einfache Antworten bietet und die Ursachen für Sorgen, Probleme und Ängste den Asylbewerbern zuschreibt, obwohl es keinen wirklichen Zusammenhang gibt.

Darum ein Appell an alle und zuallererst auch an mich selber: Werdet nicht müde, sachlich zu argumentieren, wenn die Chance besteht, damit auch nur einen einzigen aus den Fängen von Bachmann, Höcke & Co. herauszuholen. Hört nicht auf, für Eure Überzeugung einzustehen und Eure Meinung zu vertreten, wenn jemand fremdenfeindlichen Mist verbreitet, aber hört ebenso nicht auf, offen zu sein für alle Seiten der Wahrheit. Informiert Euch niemals nur über Freunde oder einseitige Medien, sondern hinterfragt Dinge, recherchiert in verschiedenen Quellen und verfallt nicht der gleichen hassgeladenen Sprache, wie „die Rechten“ das tun. Lasst die Tür einen Spalt offen für jeden, der sachlich diskutieren mag!

Du kommst hier nicht rein!

Oder was? Nein..auch, wenn man es vermuten könnte, geht es hier nicht um die vielen Hilfesuchenden, die derzeit vor unseren Grenzen stehen; vielmehr möchte ich eine Frage aufgreifen, die die Süddeutsche heute stellt und meine eigene Meinung dazu loswerden.

Sonntag abend, Der Tatort ist zu Ende und Günther Jauch lädt mal wieder zu einer Talkrunde. Wer mich kennt, der weiss, dass ich zwar ein Tatort-Fan und auch politischen Diskussionen im TV nicht abgeneigt bin, aber der Sonntag abend gehört einer meiner anderen Leidenschaften, so dass ich hier allenfalls Wiederholungen zu Gesicht bekomme – so wie in der vergangengen Nacht.🙂

„Pöbeln, hetzen, drohen – Wird der Hass gesellschaftsfähig“ lautete das Thema und die Gästeliste liess vermuten, dass es ganz interessant werden könnte: Neben dem Justizminister Heiko Maas und dem saarländischen Innenminister Klaus Buillon fanden sich auch Anja Reschke (Journalistin) und Björn Höcke (thüringischer AfD-Fraktionsvorsitzender) auf den Sesseln links und rechts des Moderators wieder.

Ich mag an dieser Stelle gar nicht im Detail auf den Inhalt der Sendung eingehen – wer sich dafür interessiert, findet im Netz sicher Besprechungen von Menschen, die so etwas besser können als ich oder schaut sich die entsprechende Sendung einfach via Mediathek an, stattdessen möchte ich auf die Frage eingehen, ob „so jemand überhaupt auf die Gästeliste gehört“.

Gemeint ist an dieser Stelle natürlich der AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke, dem vom Moderator recht viel Rede-Anteil eingeräumt wurde (auch wenn eben dieser das gleich am Anfang der Sendung bezweifelt hat) und meine persönliche Antwort lautet: Ja! Absolut!

Ich teile in keiner Weise irgendeine dieser komischen Ansichten des Herrn Höcke und danke Anja Reschke aufrichtig, dass sie mir wortwörtlich aus der Seele sprach, als sie sich vehement dagegen wehrte, als Herr Höcke mantramässig „Wir sind das Volk“ von sich gab. Denn auch mir dreht sich in solchen Momenten der Magen um…auch ich bin ein Teil des deutschen Volkes und ich verbitte mir ausdrücklich, dass dieser Mann sich erdreistet, für mich zu sprechen. „Sie“ sind nicht das Volk! AfD, PEGIDA, whatever – ihr seid ein kleiner Teil der Bevölkerung, der am lautesten schreit, während ein grosser Teil der Bevölkerung schweigt und ein weiterer Teil seine Energie nicht auf’s Schreien verwendet, sondern hilft!

Dennoch bin ich voll und ganz der Meinung, dass man Menschen wie Herrn Höcke in eine Talkrunde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen einladen kann und sollte. Wenn es nicht so ein verdammt ernstes Thema wäre, hätte ich mich köstlich darüber amüsiert, wie unfähig dieser Mensch ist, auf konkrete Frage zu antworten und wie er stattdessen immer und immer wieder seine Parolen von sich gibt, als hätte er das alles einfach nur auswendig gelernt. Patriotische Symbolik wie das Herausholen der deutschen Fahne gleich zu Beginn der Sendung, die eingespielten Ausschnitte von seinen Reden auf Veranstaltungen in Erfurt, bei denen er sich mehr als deutlich volksverhetzender Rhetorik bedient – welcher halbwegs intelligente Mensch erkennt dies nicht? Herr Höcke spricht dort von der „blonden deutschen Frau“, die um ihre Sicherheitsräume fürchten müssen – das ist doch absurd? Das kann doch niemand ernst nehmen?

Darum: Ladet Sie ein – gebt ihnen die Platformen, um sich selber der Lächerlichkeit preiszugeben, damit auch der letzte in diesem Land erkennt, wie demokratiefeindlich und rassistisch deren Gedankengut ist!

Nebenan gelesen…

Ich bin heute über einen wirklich interessanten Blog-Beitrag gestolpert, dessen Inhalt ich an dieser Stelle aber gar nicht kommentieren möchte…viel spannender fand ich nämlich die Diskussion, die sich in den Kommentaren entwickelte und da ich ja immer noch auf der Suche nach Antworten bin, hatte ich doch glatt die Hoffnung, dort welche zu finden.🙂

Doch am Ende sind es wieder noch mehr Fragen, die mich beschäftigen; so heisst es in einem Kommentar eines PEDIGA-Befürworters „Wir wollen keine Millionen Muslime in unserem Land.“. Spricht dort etwa einer für alle? Wow! Cool. Antworten! Der weiss, was den Menschen im Kopf umhergeht, die auf diesen Demonstrationen protestieren. Und dennoch frage ich mich: Warum denn, verdammt nochmal? Selbst, wenn man hoch ansetzt und in diesem Jahr von 1,6 Millionen Zufluchtsuchenden ausgeht, dann wären das 2% unserer Bevölkerung. 2% heisst, dass in einem Raum von 100 Leuten 2 muslimischen Glaubens wären. Wenn ich ehrlich bin, kenn ich den Anteil der rein deutschen Bevölkerung in unserem Land nicht und ich bin auch gerad zu faul, das recherchieren (mea culpa), aber wenn man mal von 20% ausgehen (das ist viel zu viel, oder?^^), dann hiesse das immer noch, dass in diesem Raum mit 100 Menschen 78 Personen die „deutsche Kultur“ (was auch immer das heissen mag) darstellen..das entspricht einem Mehrheitsverhätnis, von dem jede demokratische Partei nur träumen kann.

Sind wir Deutschen denn so „klein“ und unbedeutend, dass wir tatsächlich fürchten müssen, dass so eine verschwindend geringe Anzahl Menschen uns unsere Kultur wegnehmen? Es liegt doch an uns, weiterhin dem christlichen Glauben zugewandt zu sein; es liegt an uns, die hochgelobte deutsche Kultur alljährlich auf dem Münchner Oktoberfest zu zelebrieren; es liegt an uns, ob wir uns der Minderheit anpassen oder ob wir es schaffen, dieser Minderheit zu zeigen, dass in Deutschland verschiedene Kulturen oder Religionen nebeneinander bestehen können, ohne sich gegenseitig auf die jeweilige Seite ziehen zu wollen…und hier gilt natürlich für alle Seiten, dass Recht und Gesetz einzuhalten sind.

Diese Menschen kommen hier her, weil sie um ihr Leben fürchten – unter Umständen sogar, weil sie aufgrund ihres Glaubens oder der Zugehörigkeit zu einer falschen Bevölkerungsgruppe in ihrem Heimatland um ihr Leben fürchten…welchen Grund sollten sie haben, dieses System der Angst, vor dem sie geflüchtet sind, hierher zu tragen? Antworten anyone?